KI-Lexikon für KMU

KI-Governance

KI-Governance bezeichnet den organisatorischen Rahmen aus Richtlinien, Verantwortlichkeiten und Prozessen, der sicherstellt, dass KI-Systeme im Unternehmen sicher, transparent und regelkonform eingesetzt werden. Sie klärt die grundlegenden Fragen: Wer darf welche KI-Tools nutzen, welche Daten dürfen einfließen, und wer trägt Verantwortung für KI-Ausgaben?

Was bedeutet das für Ihr KMU?

KI-Governance klingt nach Konzernthema und nicht nach KMU oder sogar Solopreneure. Sie ist aber für jedes Unternehmen relevant, das KI produktiv einsetzt. Governance hat hierbei hier nicht nur eine technische oder rechtliche Komponente, sondern sie spiegelt eine gelebte Unternehmenskultur wider: Agilität, Eigeninitiative und Delegation sollten nicht nur propagiert, sondern auch gelebt werden. Dazu braucht es einen klaren Handlungsrahmen. Auch Fehlertoleranz, Führungsfragen und Feedback-Formate sind hier wichtige Elemente. Governance ist also ein Leitungsthema.

Drei Mindestanforderungen, die kein Unternehmen ignorieren sollte: eine klare Regelung, welche Daten in externe KI-Systeme eingegeben werden dürfen, eine benannte verantwortliche Person für KI-Entscheidungen, und ein Prozess für den Fall, dass KI-Ausgaben Fehler verursachen. Auch wer keine KI-Governance hat, hat sie implizit — in Form unkontrollierter Einzelentscheidungen jedes Mitarbeitenden. 


Autor:

Tilman Möller, zertifizierter KI-Berater, Fachdozent HAW Hamburg, INTEGRI KMU-Beratung seit 2012