KI-Lexikon für KMU

KI-Haftung

KI-Haftung beschreibt die rechtliche Verantwortlichkeit für Schäden, die durch den Einsatz von KI-Systemen entstehen können. Dies sind Fragen, die durch die zunehmende Autonomie von KI-Systemen und bestehende Haftungsrahmen wie die EU-Produkthaftungsrichtlinie regelmäßig neu verhandelt werden müssen. Die KI-Haftungsfrage ist noch nicht abschließend geregelt, entwickelt sich aber durch EU-Gesetzgebung und Gerichtsurteile aktiv weiter. Auch mangelt es aktuell noch an verbindlichen Grundsatzurteilen zu konkreten Situationen, an denen man sich orientieren kann.

Was bedeutet das für Ihr KMU?

Für KMU gilt: Wer ein KI-System einsetzt und damit Schaden verursacht, kann haftbar sein. Und zwar unabhängig davon, ob man selber ein System gebaut hat oder das verwendete Modell von einem externen Anbieter stammt. Besonders relevant sind drei Szenarien: fehlerhafte KI-Ausgaben in der Kundenkommunikation, automatisierte Entscheidungen mit negativen Folgen für Dritte und KI-generierte Analysen bzw. Inhalte, die Rechte Dritter verletzen. Darum ist eine Rechtsberatung von spezialisierten Juristen hilfreich. Außerdem: Klären Sie mit Ihrem Versicherer, ob bestehende Betriebs- und Berufshaftpflichtpolicen KI-bedingte Schäden abdecken. Viele tun es nicht ohne Anpassung beziehungsweise in vielen Policen ist so etwas noch gar nicht erfasst.


Autor:

Tilman Möller, zertifizierter KI-Berater, Fachdozent HAW Hamburg, INTEGRI KMU-Beratung seit 2012